Wohnraumanpassung

Badumbau bei Pflegegrad: Umbau und Zuschuss

Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, höhere Toilette: Was im Bad wirklich hilft, in welcher Reihenfolge man vorgeht und wo das Geld herkommt.

Eine bodengleiche Dusche mit Haltegriff und Duschsitz.

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Das Bad ist der Raum, in dem die meisten Stürze passieren – und meist reicht weniger, als man denkt. Vor dem großen Umbau stehen Haltegriffe, eine sichere Sitzhöhe und ein rutschhemmender Boden. Wo ein Pflegegrad vorliegt, kann die Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen leisten; der Antrag gehört vor den Auftrag.

Warum das Bad zuerst drankommt

Im Bad treffen drei Dinge zusammen, die schlecht zusammenpassen: nasse glatte Flächen, enge Wege und Bewegungen, bei denen man sich nirgends festhalten kann. Wer überlegt, wo eine Wohnung zuerst sicherer werden soll, landet fast immer hier.

Das heißt nicht, dass sofort ein Handwerker kommen muss. Die wirksamsten Änderungen im Bad sind erstaunlich klein.

Was zuerst hilft

Haltegriffe an den richtigen Stellen. Nicht irgendwo, sondern dort, wo die Bewegung passiert: neben der Toilette, am Einstieg in Dusche oder Wanne, gegebenenfalls am Waschbecken. Entscheidend ist die Höhe und dass der Griff die Kraft trägt – ein Handtuchhalter ist kein Haltegriff.

Die Sitzhöhe der Toilette. Aufstehen von zu tief sitzender Höhe ist eine der häufigsten Überforderungen im Alltag. Eine Toilettensitzerhöhung kostet wenig und verändert viel. Wenn ohnehin saniert wird, kann die Keramik gleich höher gesetzt werden.

Ein rutschhemmender Untergrund. Matten mit Saugnäpfen, rutschhemmende Beschichtungen oder – beim Neubau des Bodens – entsprechende Fliesen.

Ein Duschsitz. Wer sich beim Waschen setzen kann, braucht weniger Kraft und hat beide Hände frei.

Licht. Unterschätzt und billig: ein Bewegungsmelder auf dem Weg zum Bad verhindert nächtliche Stürze zuverlässiger als manches Hilfsmittel.

Wenn mehr nötig ist

Erst wenn diese Schritte nicht reichen, geht es um den baulichen Umbau:

  • Bodengleiche Dusche statt Wanne oder Duschtasse mit Rand
  • Türen verbreitern, wenn ein Rollator oder Rollstuhl hineinpassen muss
  • Schwellen entfernen auf dem Weg zum Bad
  • Waschbecken unterfahrbar machen, wenn im Sitzen gewaschen wird

Diese Arbeiten greifen in die Bausubstanz ein. Sie brauchen Planung, eine verlässliche Firma und – in der Mietwohnung – die Zustimmung des Eigentümers.

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Wohnhilfe unterstützt Sie beim nächsten Schritt – von der Einordnung bis zum Antrag.

Die Reihenfolge, die Ärger erspart

  1. Ansehen, was tatsächlich schwerfällt. Nicht raten, sondern beobachten: Wo wird gezögert, wo wird sich abgestützt, wo ist es schon einmal knapp geworden?
  2. Mit dem Kleinsten anfangen. Griff, Sitzhöhe, Licht. Oft ist danach der Druck raus.
  3. Zustimmung klären, wenn zur Miete gewohnt wird. Schriftlich.
  4. Antrag stellen, bevor beauftragt wird. Siehe unten – dieser Punkt ist der teuerste, wenn man ihn vertauscht.
  5. Angebote einholen und die Maßnahme beschreiben lassen.
  6. Erst nach der Entscheidung beauftragen.

Der häufigste und ärgerlichste Fehler ist der Tausch von Schritt 4 und 6. Wer die Firma kommen lässt, weil es schnell gehen soll, und den Antrag danach stellt, steht unter Umständen mit den vollen Kosten da.

Woher das Geld kommt

Liegt ein Pflegegrad vor und verbessert die Maßnahme das Wohnumfeld so, dass die Pflege zu Hause möglich wird oder erleichtert wird, kommt ein Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen infrage. Die Einzelheiten – Höhe, Voraussetzungen, was als eine Maßnahme zählt – stehen im Artikel zum Zuschuss der Pflegekasse.

Daneben gibt es Förderkredite und regionale Programme. Sie richten sich nicht nach dem Pflegegrad, sondern nach dem Umbau selbst, und sie lassen sich unter Umständen mit dem Zuschuss kombinieren.

Welcher Weg trägt, hängt von der Situation ab: Pflegegrad vorhanden oder nicht, Eigentum oder Miete, kleine Maßnahme oder Sanierung. Diese Sortierung ist der Teil, bei dem die meisten Menschen Unterstützung suchen – und der Teil, den wir übernehmen.

Was ein gutes Ergebnis ausmacht

Ein gelungener Badumbau fällt nicht auf. Er sieht nicht nach Krankenhaus aus, er hat keine klinisch weißen Stangen an jeder Wand, und er nimmt dem Raum nichts.

Er macht nur die Bewegungen leichter, die vorher schwer waren. Daran lässt sich gut prüfen, ob eine geplante Maßnahme die richtige ist: Löst sie eine Bewegung, die heute Mühe kostet? Wenn nicht, ist sie vielleicht nicht die nächste.

Quellen · Stand 22. September 2026

Häufige Fragen

Was uns dazu oft gefragt wird

Muss es immer eine bodengleiche Dusche sein?

Nein. Der Einstieg in die Wanne ist zwar die häufigste Stolperstelle, aber oft hilft zunächst ein Wannenlift, ein Duschsitz oder ein zweiter Haltegriff.

Die bodengleiche Dusche ist die gründlichste Lösung – und die aufwendigste. Sie lohnt sich, wenn ohnehin saniert wird oder wenn der Einstieg dauerhaft nicht mehr geht.

Geht das auch in einer Mietwohnung?

Bauliche Veränderungen brauchen die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters. Klären Sie das schriftlich, bevor etwas beauftragt wird.

Zuerst Angebot oder zuerst Antrag?

Zuerst der Antrag. Wer beauftragt, bevor entschieden ist, riskiert, dass die Maßnahme nicht mehr bezuschusst wird.

Was, wenn sich die Situation später verschlechtert?

Verändert sich die Pflegesituation wesentlich, kann eine erneute Maßnahme infrage kommen. Das ist einer der Gründe, den Umbau in Schritten zu planen.

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